Urlaub lieber planen und eine Fahrt ins Blaue?

Urlaubsreise ins Blaue

Wenn man einen Urlaub machen möchte, dann stellt sich die Frage, wie man es organisiert. Und sollte man es überhaupt organisieren? Wie wäre es denn mal mit einer Fahrt ins Blaue? Planung? Wichtig? Vielleicht. Vielleicht nicht. Wer weiß es schon? Was sind die Vorteile, was die Nachteile?

Die Planung

Menschen planen ganz gern. Wir wollen nicht überrascht werden, wir wollen nicht in den Tag hineinleben, denn wir wollen nicht, dass uns Dinge passieren, die wir nicht wollen. Planen wir aber, machen wir Pläne und zeichnen Karten und haben was vor, dann meinen wir, vor den Schrecken des Zufalls geschützt zu sein. Dafür planen wir, deshalb fühlen wir uns sicher. Es ist also nur logisch, dass man vor allem seinen Urlaub dann gerne planen möchte. Man möchte planen, man möchte die Zeit so schön wie möglich haben, man möchte soviel wie möglich sehen. Listen werden geschrieben, nichts darf vergessen werden, nichts soll an Sehenswürdigkeiten verloren gehen. Das ist der Vorteil der Planung. Hier geht nichts verloren. Man ist perfekt auf alles vorbereitet, man vergisst auch nichts. Man hat sich selbst einen Weg gebaut, der einen in einen entspannten Urlaub führt. Was will man mehr? Und eine Smartwatch kann dabei helfen, organisiert zu bleiben und immer erreichbar, sollte man sich einmal verirren oder vertun.

Nun, da liegt auch der Knackpunkt. Hat man sich einen stabilen und schönen Weg gebaut, will man diesen auch entlanggehen und kann nicht einfach so querfeldein laufen. Das geht jetzt nicht mehr. Man muss diesem Weg folgen. Man muss das eine nach dem anderen Einpacken und diese Sehenswürdigkeit nach dieser Führung und vor der nächsten machen. Tut man das nicht, kann ein ganzer Zeitplan zusammenfallen. Wie ein Kartenhaus ist alles sehr schön anzusehen, doch nur eine Karte zu wenig und alles ist dahin und nur noch ein Kartenhaufen. Planung lässt einen gut vorbereitet dastehen, doch man ist auch weniger flexibel, man ist in ein stützendes aber doch beengendes Korsett gesperrt worden.

Ins Blaue fahren

Einfach losfahren, egal wohin. Das macht einem Angst. Wir möchten eigentlich keine Überraschungen. Wir möchten schon wissen, was uns erwartet, was für Menschen uns begegnen und was wir uns ansehen. Im Kopf haben wir den Urlaub schon gemacht. Und ist nicht genau das manchmal der Fehler? Weil nie etwas so schön, so überwältigend und spannend ist, wie es im eigenen Kopf fantasiert wird? Genau deshalb sollte man sich vielleicht mal der Spontanität hingeben, das Nötigste in den Koffer werfen, in das Auto oder ins Flugzeug oder sonst was setzen und sehen, wohin man kommt. Was erwartet einen? Wissen wir nicht. Und ganz ehrlich: Wir wüssten es auch nicht, selbst wenn wir es vorher eine Million mal im Kopf durchgespielt und vorgestellt haben. Die Realität, das Leben, sie spielen nach anderen Regeln. Warum sich diesen Regeln nicht mal unterwerfen und sich treiben lassen? Und der Vorteil ist, wenn es einem irgendwo nicht gefällt, kann man einfach woanders hinfliegen oder fahren oder laufen. Und eine Smartwatch kann einem als treuer Begleiter bei diesem wilden Ritt eine ganze Menge an nützlichen Dingen mitgeben. Man ist erreichbar, kann seine Vitalfunktionen messen und ist nie allein, auch wenn es ein Abenteuer ist. Das Kartenhaus ist hier nicht vorhanden, sondern alles ordnet sich ganz spontan und immer wieder aufs neue und man weiß nicht, was herauskommt. Es kann den Kopf unglaublich entlasten und man gibt seine Zufriedenheit allein dem Augenblick in die Hände. Nur der Moment zählt, nicht das Mittagessen übernächsten Mittwoch in einer fremden Stadt.

Der Nachteil davon ist, dass man ins offene Messer der Probleme laufen kann. Das ist zwar alles nicht weiter tragisch – zumindest in den allermeisten Fällen – aber trägt nicht sonderlich zur Entspannung bei, wenn man im Urlaub eigentlich genau jene Entspannung suchen möchte. Vielleicht hat man örtliche Regeln nicht drauf oder ein wichtiges Kleidungsstück vergessen oder man verpasst ein schönes Naturphänomen oder eine Sehenswürdigkeit. Das ist der Preis, den man für seine Spontanität zu zahlen hat. Gleichfalls kann es einigen Menschen sehr schwerfallen, sich von Plänen, von Sorgen und so weiter zu lösen und für diese kann die absolute Spontanität zur maximalen Anspannung werden.

Die Mischung macht es

Jeder Mensch, der offen für beide Möglichkeiten ist, sollte es auch mal versuchen. Wie gut kommt man mit dem zurecht, was man sonst immer macht? Und wie mit dem genauen Gegenteil? Vielleicht erkennt man ganz neue Seiten an sich, ganz fabelhafte Talente? Wer weiß. Vielleicht ist man in seinem Herzen ein Organisationstalent oder doch ein Freigeist? Man sollte es hervorholen.

Aber am besten ist es wohl, wenn man die besten Elemente beider Varianten miteinander verbindet. Je nach Person können mehr Elemente des einen und weniger des anderen vorhanden sein, aber das ist in Ordnung. Man sollte sich vielleicht nicht kopfüber in ein Abenteuer in einem anderen Land stürzen, aber man sollte ebenso wenig alles bis auf die letzte Zahnbürste und den letzten Museumsbesuch auf die Minute genau durchtakten und planen. Es wird ohnehin schiefgehen und etwas rausfliegen. Denn in uns allen steckt dann doch zu viel Spontanität und auch Faulheit. Fünf gerade sein lassen, das ist hier angebracht, dann hat man viel mehr Spaß und endlich Erholung.